Klootschießerverein "Fix vörut" Osterhusen e.V.

     
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Letztes Update:   14. Juni 2018  
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     Allgemeines zum Boßelsport

Einleitung

Boßeln ist eine Mannschafts-Sportart die auf der Straße ausgetragen wird.
Die eigentliche Boßel-Saison erstreckt sich  von September bis März, also nur über die Wintermonate.
Trotz der vielen Ähnlichkeiten mit anderen Sportarten (Kegeln, Bowling, Boccia, usw.) trifft kein Vergleich die Eigenart des Boßelsports. Boßeln ist ein traditioneller  friesischer Volkssport getreu der Devise:
Der Friese lernt zuerst das Laufen und  dann das Boßeln. Jeweils zwei Mannschaften mit einer Stärke von 1 bis 4 Gruppen (Abhängig von der Klasse in der geworfen wird), die aus jeweils 4 Personen bestehen, werfen reihum Mann gegen Mann  (oder Frau gegen Frau) mit einer Boßelkugel auf der Straße. Sinn der Sache ist es, dass diese Kugel so weit wie möglich rollt.


 

Boßeln oder Klootschießen, was denn nun ?

Fälschlicherweise wird oftmals angenommen dass das Boßeln und das Klootschießen identisch sind. Diesem müssen wir hier energisch widersprechen. Es handelt sich hierbei um zwei grundverschiedene Sportarten, die allerdings beide dem Ostfriesischen Volkssport zuzuordnen sind.
Das Boßeln wurde in der Einleitung bereits eingehend beschrieben bzw. wird es weiter unten noch eingehender behandelt. Das Klootschießen an sich wird auf unserer Seite etwas vernachlässigt, da es hier bei uns weniger praktiziert wird. Trotzdem wollen wir es hier nicht unerwähnt sein lassen.
Das Klootschießen wird in der Regel auf einem Feld ausgetragen, vornehmlich während einer Frostperiode, wenn die Felder gefroren und entsprechend besser begehbar sind. Es werden Mannschaften ähnlich dem Boßelsport gebildet die gegeneinander Mann für Mann antreten. Für den Werfer wird ein Teppich ausgelegt und ein Abwurfbrett aufgebaut, das ähnlich einer kleinen Rampe ist. Der Werfer nimmt einen ausgiebigen Anlauf und schleudert das Wurfgerät auf der Rampe angekommen mit großer Wucht in die Luft. Dort wo der Kloot zu liegen kommt wird erneut die Rampe aufgebaut und der Teppich ausgerollt, der nächste Werfer ist nun an der Reihe.
Bei dem Wurfgerät (Kloot) handelt es sich um eine kleine Kugel, die aus Hartholz besteht und kreuzweise durchbohrt und mit Blei ausgegossen wurde. Bei den Männer I-Klassen hat der Kloot eine Größe von 58 mm und ein Gewicht von 475 Gramm, bei den Frauen-Klassen eine Größe von 55 mm und ein Gewicht von 375 Gramm.
Weltrekorthalter ist seit 1996 der Norder Stefan Albarus mit einer Bestweite von 106,20 Metern.


Hier in unserer Region nennen sich viele Vereine "KBV" was Klootschießer- und Boßelverein bedeutet. Das hat jedoch nicht zwingend zu bedeuten das wirklich beiden Sportarten nachgegangen wird.

 

Die Technik

Für das Straßenboßeln wird eine relativ einfache Technik benötigt. Da die meisten Menschen kegeln können, ist es nahe liegend,  dass viele Menschen auch boßeln könnten. Sicherlich bedarf es aber häufigem Training (bzw. Üben), um besser (sprich weiter und sicherer/genauer) zu  boßeln. In der Regel nimmt der Werfer einen Anlauf von ca. 20 Metern um dann  die Kugel mit voller Kraft ihrem Ziel entgegen zu schleudern.
Wichtig ist, dass der Werfer die Beschaffenheit der Straße kennt. Weiß er, welches Gefälle  sie hat, kann er sich darauf einstellen und dementsprechend werfen. Auch  interessant für den Werfer kann sein, ob die Straße eine Berme (an die er werfen kann), oder eine Spurrille hat (in der er werfen kann). Auf diese  Beschaffenheiten achtet aber meistens der Anzeiger, der dem Werfer entsprechende  Tipps zuruft und entscheidet, auf welcher Seite der Straße der Werfer anzulaufen  und wie er zu werfen hat.

Bei Wettkämpfen unterscheidet man zwischen Standkampf, bei dem immer von der gleichen Stelle abgeworfen wird, und dem Wettkampf auf Strecke. Der Standkampf findet meistens bei Vereinsmeisterschaften, Preisboßeln, friesischem Mehrkampf oder Ähnlichem statt.
Der Wettkampf auf Strecke ist aber gebräuchlicher.

 

 

Zum Ablauf eines Wettkampfes

Geboßelt wird meistens auf Kreisstraßen oder Feldwegen. Der Anwurf erfolgt in jeder Gruppe vom Gastgeber, danach jeweils der Gast. Nach den Anwürfen beim Start erfolgen die weiteren Abwürfe an den Stellen, wo die Kugeln die größten Weiten erreicht haben, im rechten Winkel zur Wurfstrecke. Die  jeweils zurückliegende Kugel wird im weiteren Verlauf zuerst geworfen. Gelingt es der zurückliegenden Mannschaft erneut nicht, an der gegnerischen Kugel vorbeizuwerfen, erhält der Gegner einen Schoet.
Sobald die Kugel der zurzeit führenden Gruppe vollständig die Wende- oder Zielmarkierung überschritten hat, darf die in Rückstand liegende Gruppe nicht mehr werfen. Bei der Wendemarkierung wird umgeholt, die Gruppen tauschen dann die Abwurfstellen.
Im Ziel  angekommen werden die einzelnen Gruppenergebnisse addiert. Gewonnen hat die Mannschaft, die am Ende die meisten Schoet aufweisen kann.
 

 

Wo wird eigentlicht geboßelt ?

Unter Wettkampfbedingungen wird in Europa in folgenden Regionen geboßelt:
- Deutschland: Ostfriesland, Oldenburg,  Schleswig-Holstein
- Niederlande
- Irland
- Italien
und in anderen kleineren Orten über Europa verteilt.

 

 

Die Boßelkugeln

Man unterscheidet beim Boßeln grundsätzlich zwei Arten von Boßelkugeln, die Gummikugel und die Kunststoffkugel. Die Kunststoffkugel ersetzte mit der Zeit die Pockholzkugel, mit der heutzutage nicht  mehr geworfen wird. Im Friesischen-Klootschiesser-Verband (FKV) ist nur noch die Kunststoffkugel zulässig, sowie die 4-Punkt-Gummikugel.
Es gab eine Zeit, in der mit verschiedensten Gummikugeln geboßelt wurde (grüne, gelbe, rot, schwarz, uvm). Die Beschaffenheit dieser Kugeln war unterschiedlich. Damit in  Wettkämpfen keine Mannschaft bevorteilt ist oder sich ungerecht behandelt  fühlte, führte der FKV zuerst die 3-Punkt Gummikugel und kurze Zeit darauf die 4-Punkt Gummikugel ein, die von sämtlichen Vereinen genutzt werden müssen.
Während die Gummikugel in zwei verschiedenen Größen erhältlich ist,  ist die Kunststoffkugel in fünf verschiedenen Größen erhältlich. Die Kugeln kosten zwischen 17 und 40 Euro.



Boßelkugelgrößen gemäß FKV-Vorschrift 2008:



Größen in cm

Jugend
F

Jugend
E

Jugend
C + D

Jugend A + B
Frauen I. bis IV.
Männer IV, V

Männer I.,
II. und III.

Kunststoff

8

9

10

11

12

Gummi

-

-

9,5

10,5

10,5


Einteilung der Altersklassen

Die angeführten Altersklassen sind nicht verbindlich! Sie sollen nur einen ungefähren Überblick liefern, denn die genaue Einteilung erfolgt nach dem Geburtsjahr. Grundsätzlich darf jeder Werfer bzw. Werferin in einer höheren Altersklasse werfen, nicht jedoch in einer niedrigeren.

Jugend F bis 8 Jahre

Jugend E bis 10 Jahre

Jugend E bis 10 Jahre

Jugend D bis 12 Jahre

Jugend C bis 14 Jahre

Jugend B bis 16 Jahre

Jugend A bis 18 Jahre

Junioren bis 23 Jahre (Keine offizielle Wettkampfklasse)

Männer und Frauen I. - Alter unbegrenzt

Männer und Frauen II. - Ab 45 Jahre

Männer und Frauen III. - Ab 55 Jahre

Männer und Frauen IV. - Ab 65 Jahre

Männer und Frauen V   - Ab 70 Jahre

 

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